Albert Camus. In Selbstzeugnissen und Bilddokumenten by Morvan Lebesque

By Morvan Lebesque

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Ägyptens Hochkultur: Kultureinblicke

Ägypten ist ein beeindruckendes Land, welches in seiner Kulturgeschichte bereits viele andere Kulturen beeinflusst hat. Bauwerke im Wüstensand und Schriften die in Stein geschrieben wurden, sind ein Stück Weltgeschichte. Lassen Sie sich angenehm informieren, über die Kultur eines eindrucksvollen Landes.

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Was bedeutete es, daß Raymond, genau wie Celeste, der wertvoller war als er, mein Freund war? Was bedeutete es, daß Maria heute ihren Mund einem anderen Meursault bot? Verstand das dieser Verurteilte — und daß aus der Tiefe meiner Zukunft. . Man trennt die beiden, der Priester geht. Meursault beruhigt sich und wirft sich erschöpft auf sein Lager. Die Nacht bricht herein. Als Meursault erwacht, scheinen ihm die Sterne ins Gesicht, und er kann sich endlich, vom Bösen befreit, der Hoffnung benommen, dem Frieden hingeben, der zärtlichen Gleichgültigkeit der Welt.

Dann folgt die übliche Komödie, wehende Talarärmel, Rededuell zwischen dem öffentlichen Ankläger und dem Verteidiger. Und schließlich das Urteil: Der Vorsitzende sagte zu mir in seltsamer Form, daß man mir im Namen des französischen Volkes auf öffentlichem Platz den Kopf abschlagen werde. So werden auf der Ebene der Geschichte die Sonnentragödien gerichtet. » Unter einem leeren Himmel haben leere Men- 44 sehen Leere verurteilt. Wenn der Roman mit dieser Seite aufhörte, stellte er schon eine vorbildliche und furchtbare Fabel dar, und die Erinnerung an Meursault wäre uns unverwischbar eingeprägt: das Bild des Heiligen ohne Dichte.

Meursaults Kommentar: Einerseits war diese Geschichte unglaubhaft, andererseits ganz natürlich. Treffender könnte man es nicht ausdrücken. In Le Malentendu braucht Camus also nicht an der Handlung herumzufeilen. Er übernimmt sie in der Form, in der Meursault sie ihm hinterlassen hat, möchte man sagen. Er sieht einen Betrug darin, das heißt ein Thema, das für die Bühne wie geschaffen ist. Denn es gibt kein besseres Thema im Theater als den Betrug; er erlaubt gleichsam ein Spiel im Spiel, wobei der Autor das Publikum auf seiner Seite hat, gegen seine eigenen Geschöpfe, so daß die Personen auf der Bühne herumgeschoben werden, während die Zuschauer im Bild sind.

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